"Wir wollen keine Frau alleine lassen"

Frauen-Union NRW ist für die Beibehaltung einer Rezeptpflicht für die "Pille danach"

10.03.2014

Der Landesvorstand der Frauen-Union NRW hat sich nach einer intensiven Diskussion mit Experten aus dem Gesundheitswesen einstimmig für die Beibehaltung der Rezeptpflicht für die „Pille danach“ ausgesprochen.


„Die Anliegen der Frauen, insbesondere deren Gesundheit, müssen bei dieser Debatte im Mittelpunkt stehen. Für uns ist dabei ausschlaggebend, dass Frauen auch in unvorhergesehenen Notsituationen immer eine individuelle ärztliche Beratung erhalten. Unser System ist in der Lage, eine solche Versorgung auch zu gewährleisten,“ so die Begründung von Ingrid Fischbach MdB, Landesvorsitzende der Frauen-Union NRW nach dem Gespräch mit Frau Dr. Susanna Kramarz (Berufsverband der Frauenärzte), Frau Dr. Christina Gathmann (pro familia NRW), Herrn Dr. Christian Albring (Berufsverband der deutschen Frauenärzte) und Herrn Thomas Preis (Apothekerverband NRW).

 

Für die betroffenen Frauen sind schnelle Hilfe und kompetente Beratung gleichermaßen wichtig, sie bedürfen in dieser schwierigen Situation einer besonderen Unterstützung. Das ärztliche Beratungsgespräch, welches zum Beispiel der Schweigepflicht unterliegt, begründet dabei ein spezielles Vertrauensverhältnis. Diese Einzelfallbetrachtung gewährleistet die notwendige Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken, die mit der Einnahme der „Pille danach“ für die Frauen verbunden und nicht unerheblich sind. So gibt es zum Beispiel zwei verschiedene Präparate der „Pille danach“, die sehr unterschiedlich wirken.

 

„Wir wollen keine Frau in dieser Situation alleine lassen!“ so Ingrid Fischbach MdB, Landesvorsitzende der Frauen-Union NRW. „Aus gutem Grund wird die „Antibabypille“ nur nach einer vorherigen ärztlichen Beratung auf Rezept abgegeben. Diese Voraussetzungen müssen auch für die „Pille danach“ gelten, um Frauen individuell helfen zu können!“

 

Nach Meinung der Frauen-Union NRW ist eine bessere Aufklärung über die „Pille danach“ im Idealfall durch Frauenärzte im Rahmen des Sexualkundeunterrichts an Schulen erforderlich. Dazu gehört auch die weitere Bekanntmachung der bundesweiten Notrufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: 116117 !

 

Dieser kostenfreie Notruf wurde im April 2012 in Deutschland eingeführt und kann außerhalb der üblichen Sprechzeiten abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen direkt erreicht werden. Es ist geplant, diese Notruf-Nummer auch europaweit einzuführen.